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Kritik an Putin-Auszeichnung : Gibt Wikipedia Quadriga-Preis zurück?

11.07.2011 17:28 Uhrvon
Wladimir PutinBild vergrößern
Wladimir Putin - Foto: AFP

An der geplanten Auszeichnung Wladimir Putins mit dem Quadriga-Preis regt sich massive Kritik - auch innerhalb der Wikipedia-Gemeinschaft. Dort wird diskutiert, die vor drei Jahren erhaltene Auszeichnung zurückzugeben.

Berlin - Als erster ehemaliger Quadriga-Preisträger hat sich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales von der geplanten Ehrung für den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin distanziert. Wales, der im Namen von Wikipedia vor drei Jahren die Auszeichnung entgegengenommen hatte und dem Kuratorium der Quadriga nach Angaben der Organisatoren bis Ende Juni angehörte, erklärte in einem Statement an die Wikipedia-Gemeinschaft: „Ich hatte mit diesem Preis nichts zu tun.“ Er sei weder nach seiner Meinung gefragt worden noch habe er dem Auswahlkomitee angehört. „Ich würde nicht dafür stimmen, Putin irgendwelche Preise zu geben“, betonte Wales. Innerhalb der deutschsprachigen Wikipedia-Gemeinschaft wird derzeit diskutiert, ob der Preis aus Protest gegen die Auszeichnung Putins zurückgegeben wird.

Es gebe einen „offenen Meinungsaustausch“, bestätigte ein Sprecher des Vereins Wikimedia Deutschland am Montag. Eine mehrheitliche Bewertung habe sich dabei aber noch nicht ergeben.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Putin am Tag der Deutschen Einheit im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt mit dem Quadriga-Preis ausgezeichnet werden soll. Die Auszeichnung geht auf die Initiative des Vereins Werkstatt Deutschland zurück und wird von der vom Verein ins Leben gerufenen gemeinnützigen GmbH Netzwerk Quadriga vergeben.

Auch der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD), ebenfalls ein ehemaliges Kuratoriumsmitglied, kritisierte die Auszeichnung für Putin: „Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hätte ich meine Stimme nicht gegeben.“ Die Quadriga und das Brandenburger Tor seien heute weltweit „ein Symbol der Freiheit und des Strebens nach Demokratie“. Der Lebensweg zahlreicher Preisträger seit 2003 stehe damit im Einklang. „Für den russischen Ministerpräsidenten trifft dies nach meiner Auffassung nicht zu“, erklärte Schmitz. Er betonte, zu der entscheidenden Kuratoriumssitzung nicht eingeladen worden zu sein. Sein Name stand allerdings noch bis Sonntag auf der Liste der Kuratoriumsmitglieder auf der Quadriga-Webseite.

Das Kuratorium werde derzeit umgebaut, erläuterte dessen Koordinatorin Marie-Luise Weinberger. Dies habe in der Öffentlichkeit zu Missverständnissen geführt. Weinberger verteidigte die geplante Auszeichnung für Putin: „Es geht uns um die deutsch-russische Partnerschaft.“ Das Kuratorium habe bei der Auswahl der Preisträger beraten und geholfen, sagte Weinberger. Die endgültige Entscheidung habe aber der Vorstand der Werkstatt Deutschland beziehungsweise des Netzwerks Quadriga getroffen, in dem die Werkstatt Deutschland künftig aufgehen soll. Neben Weinberger sind dies Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der DDR und heutige Mitorganisator des Petersburger Dialogs, und der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Franz-Reinhard Habbel.

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