Kritik an Sarkozy : Frankreich schiebt weitere 250 Roma ab

Trotz der anhaltenden Kritik schiebt Frankreich weiter Roma nach Bulgarien und Rumänien ab. Zur Integration von Roma wollen Rumänien und Frankreich eine Aufstockung von EU-Fördermitteln beantragen.

Mit ihrem Gepäck sind Roma am Flughafen in Bukarest angekommen. Frankreich hat weitere 250 Roma abgeschoben.
Mit ihrem Gepäck sind Roma am Flughafen in Bukarest angekommen. Frankreich hat weitere 250 Roma abgeschoben.Foto: dpa

Paris/Bukarest - Ungeachtet von Kritik aus dem In- und Ausland setzt Frankreich die Rückführung von Roma nach Bulgarien und Rumänien fort. Von Paris und Lyon aus starteten am Donnerstag zwei Flugzeuge in Richtung Bukarest. An Bord waren rund 250 Angehörige der Minderheit aus Rumänien. Am Vortag hatte Einwanderungsminister Eric Besson angekündigt, die Rückführungen weiter beschleunigen zu wollen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und die Regierung stehen wegen der Rückführungen seit einigen Wochen im Kreuzfeuer der Kritik. Dafür verantwortlich sind vor allem Äußerungen, bei denen Roma mit Kriminalität in Verbindung gebracht wurden. Die EU-Kommission prüft nun, ob die Rückführung von Tausenden von Roma aus Frankreich nach Bulgarien und Rumänien rechtmäßig ist.

Rumänien und Frankreich kündigten unterdessen an, gemeinsam eine Aufstockung der EU-Fördermittel für die Integration von Roma zu beantragen. Bisher hat Rumänien dafür nach Angaben der Regierung von der EU vier Millionen Euro bekommen. Zur Ausweitung der Integrationsprojekte seien aber weitere Mittel nötig, sagte der rumänische Arbeitsminister Mihai Seitan.(dpa)

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