Politik : Kritik an Sparmaßnahmen im Entwicklungshilfeministerium

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Das 20. Jahrhundert wird nach Angaben der Deutschen Stiftung für Weltbevölkerung als die Epoche des Weltbevölkerungswachstums in die Geschichte eingehen. Die Zahl der Menschen habe sich im zu Ende gehenden Jahrhundert auf mehr als sechs Milliarden vervierfacht, teilte die Stiftung am Montag in Hannover mit. Die Stiftung forderte für das nächste Jahrhundert ein entschlossenes und menschenwürdiges Vorgehen gegen das weltweite Bevölkerungswachstum. Es hänge entscheidend von den kommenden Jahren ab, ob die Weltbevölkerung im 21. Jahrhundert mit gleicher Geschwindigkeit weiter wachse, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung, Hans Fleisch.

Viele Industrieländer investierten immer weniger in Entwicklungshilfeprogramme für Familienplanung und Gesundheit von Mutter und Kind, kritisierte die Stiftung. Allein das deutsche Entwicklungshilfeministerium habe für das Jahr 2000 seine Beiträge für den Kampf gegen das Bevölkerungswachstum von 135 Millionen auf 40 Millionen Mark gesenkt.

Gleichzeitig werde sich in Afrika die Bevölkerung innerhalb der nächsten 50 Jahre noch einmal verdreifachen. Mehr als 350 Millionen Frauen hätten keinen Zugang zu sicheren Methoden der Familienplanung. Jede Minute stirbt nach Angaben der Stiftung eine Frau an den Folgen von Komplikationen während Schwangerschaft oder Geburt. 98 Prozent des Bevölkerungswachstums finde heute in den Entwicklungsländern statt.

Andererseits gebe es auch "ermutigende Perspektiven". Weltweit habe sich die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau seit 1960 von über sechs auf 2,7 mehr als halbiert. Mehr als die Hälfte aller Paare in Entwicklungsländern betreibe mittlerweile Familienplanung, in den 60ern seien es dagegen nur zehn Prozent gewesen.

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