Politik : Kritik wegen Guantanamo „New York Times“ nennt Stützpunkt Konzentrationslager

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New Yo rk/Berlin (dpa). Die Behandlung der TalibanGefangenen auf dem kubanischen Militärstützpunkt Guantanamo stößt auch in den USA zunehmend auf Kritik. Die „New York Times“ schrieb in ihrer Ausgabe vom Donnerstag, das Lager sei ein Verrat am Rechtsstaat: „Seit eineinhalb Jahren halten die USA hunderte Menschen gefangen und verwehren ihnen den Kontakt zu ihren Familien und Rechtsanwälten und überhaupt jeglichen Hauch eines Rechtsstaats.“ Dieser Zustand widerspreche nicht nur höchsten Idealen, er sei auch nicht im nationalen Interesse. Die Zeitung geht sogar so weit, Guantanamo als Konzentrationslager zu bezeichnen, „einen Schandfleck auf der Ehre der USA“. Bei den rund 600 auf Guantanamo eingesperrten Männern handelt es sich um gefangene Taliban- und Al-Qaida-Kämpfer aus dem Afghanistan-Krieg. Unter ihnen befinden sich auch einige Jugendliche. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Roth (Grüne), forderte die USA ebenfalls auf, die auf Guantanamo inhaftierten Kämpfer als Kriegsgefangene anzuerkennen. Der Status der Häftlinge solle durch ein unabhängiges Gericht geklärt werden, sagte Roth der „Berliner Zeitung“.

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