Kritische Berichterstattung : Nordkorea weist BBC-Journalisten aus

Weil ihre Berichterstattung zu kritisch und nicht objektiv sei, wurden zwei britische Journalisten des Landes verwiesen. Die nordkoreanische Arbeiterpartei billigte derweil den Ausbau des Atomwaffenarsenals.

Nordkorea hat einen BBC-Journalisten wegen seiner Berichterstattung über das isolierte Land ausgewiesen.
Nordkorea hat einen BBC-Journalisten wegen seiner Berichterstattung über das isolierte Land ausgewiesen.Foto: imago/Kyodo News

Nordkorea weist einen BBC-Journalisten wegen seiner Berichterstattung über das weithin isolierte Land aus. Der Korrespondent Rupert Wingfield-Hayes sei in Nordkorea festgesetzt und acht Stunden lang von den Behörden befragt worden, berichtete der britische Sender am Montag. Er werde ausgewiesen.

Auch ein Produzent und ein Kameramann wurden demnach zusammen mit Wingfield-Hayes festgehalten, als sie das Land verlassen wollten. Das Team habe eine Gruppe von Nobelpreisträgern begleitet, die in dem Land waren. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Nordkorea beschuldige Wingfield-Hayes, das System des Landes angegriffen und nicht objektiv berichtet zu haben.

Parteikongress beschließt Ausbau von Atomwaffen

Die in dem Land herrschende Arbeiterpartei hat derweil bei ihrem ersten Kongress seit 1980 den Ausbau des Atomwaffenarsenals als offizielle Linie gebilligt. Die Partei werde beständig an der „strategischen Linie festhalten, den wirtschaftliche Aufbau und die Schaffung einer Atomstreitmacht voranzutreiben“, berichteten die Staatsmedien am Montag. Die Atomstreitmacht solle „in Qualität und Quantität“ gestärkt werden. Es war der vierte Tag des Kongresses in Pjöngjang.

Die mehr als 3400 Parteidelegierten beschlossen zudem, Atomwaffen nur dann einzusetzen, wenn die Souveränität des Landes durch andere atomar bewaffnete Staaten bedroht werde, hieß es. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte diese Einsatzdoktrin zuvor in einer Rede bekräftigt. Das Zentralkomitee der Partei hatte bereits 2013 nach der Weisung Kims beschlossen, dass der Besitz von Atomwaffen „durch Gesetz festgeschrieben“ werden soll. Der Staat bezeichnet sich bereits in seiner Verfassung als Atommacht.

Die Spannungen im Atomstreit mit Nordkorea nahmen zuletzt wieder zu. Nach einem neuen Nukleartest des Landes im Januar und einem umstrittenen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen das kommunistische Regime verschärft. Nordkorea hatte unter anderem mit atomaren Erstschlägen gegen Südkorea und den USA gedroht. (dpa)

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