Politik : Kritische Lage für Flüchtlinge in Pakistan

Genf (dpa).

Genf (dpa). Mehr als 60 000 Afghanen sind auf der Suche nach Schutz und Nahrung bislang in das Nachbarland Pakistan geflüchtet. Viele hätten panikartig ihre Städte und Dörfer verlassen und seien an der Grenze ohne Lebensmittel und persönliche Gegenstände angekommen, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerkes, Ron Redmond, am Freitag in Genf. Viele Familien seien auf der Flucht getrennt worden. Flüchtlinge erzählten davon, welche Summen sie Schmugglern bezahlten, um in einem 15 Stunden dauernden Fußmarsch durch das Gebirge über die Grenze nach Pakistan gebracht zu werden.

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Fotostrecke: Bilder des US-Gegenschlags Vertreter von UN-Hilfsorganisationen haben zugleich ihre wachsende Sorge vor der Besetzung von Lagerhäusern in Afghanistan durch die radikal-islamischen Taliban-Milizen oder vor Plünderungen geäußert. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass die internationalen Geberländer bislang ihr Versprechen einer großzügigen finanziellen Hilfe nicht erfüllt haben.

Nach Angaben des UN-Koordinationsbüros für humanitäre Angelegenheiten (Ocha) fehlen allein in diesem Monat 93 Millionen US-Dollar (201 Millionen Mark/103 Millionen Euro). 77 Prozent der insgesamt notwendigen Hilfsgelder in Höhe von 654 Millionen US-Dollar (1,4 Milliarden Mark/724 Millionen Euro) stünden noch aus. Mit der Soforthilfe soll in den kommenden sechs Monaten rund 7,5 Millionen Afghanen das Überleben gesichert werden.

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