Politik : Kroatien fordert Entschuldigung Jugoslawen greifen Delegation an

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Zagreb/Belgrad (dpa). Die Schüsse jugoslawischer Grenzsoldaten auf das Boot einer kroatischen Verhandlungsdelegation haben die kroatisch-jugoslawischen Beziehungen gestört. Kroatiens Ministerpräsident Ivica Racan forderte am Montag eine öffentliche und offizielle Entschuldigung Belgrads, weil eine jugoslawische Einheit am Sonntag eine Delegation beschossen, festgenommen und auf ein kroatisches Polizeiboot gefeuert hatte. Die Kroaten wollten zu einer Beratung über die zwischen beiden Staaten umstrittene Donau-Insel Sarengrad. Nach kroatischen Angaben war das Treffen vereinbart. Die jugoslawische Armee erklärte, die Truppen seien nicht informiert worden. Der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic, der zu Besuch in Kroatien war, bedauerte umgehend den Vorfall. Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica entschuldigte sich bereits in einem Telefonat bei seinem kroatischen Amtskollegen Stipe Mesic. Die Flussinsel wurde vor dem Krieg als Weideland genutzt. Seit 1991 kontrolliert die jugoslawische Armee die Insel, nach Medienberichten ist dort eine kleine Schutztruppe stationiert. Kroatien beansprucht die Insel mit Hinweis auf Eintragungen in kroatischen Grundbüchern.

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