Krümmel : Bundesregierung: Ursache von Leukämiefällen unklar

Die Ursache für die Häufung von Leukämieerkrankungen in der Elbmarsch ist nach Ansicht der Bundesregierung weiterhin unklar.

Kiel - Es gebe keine Belege dafür, dass das nahe gelegene Kernkraftwerk Krümmel etwas mit den Erkrankungen zu tun habe, erklärte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion.

Die Linksfraktion hatte eine natürliche Ursache für die Häufung der Fälle in ihrer Anfrage als "extrem unwahrscheinlich" bezeichnet. Die Fraktion berief sich dabei auf Medienberichte, denen zufolge im September 1986 eine erhöhte Strahlenbelastung in Geesthacht gemessen wurde. Nach Ansicht der Bundesregierung seien die zugrunde liegenden Messdaten bis heute nicht wissenschaftlich belegt. Eine zufällige Leukämiehäufung sei zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen.

Experten: Keine Ursache zweifelsfrei feststellbar

Mehrere Expertenkommissionen hätten sich mit den Krankheitsfällen in Geesthacht beschäftigt, aber keine Ursache festgestellt, heißt es in der Antwort weiter. Auch dem Bundesumweltministerium lägen keine Daten aus Niedersachsen oder Schleswig-Holstein vor, die auf eine erhöhte Strahlung in Geesthacht hinweisen.

Am Mittwoch war die Erkrankung eines zwölfjährigen Mädchens aus Geesthacht im Kreis Herzogtum Lauenburg bekannt geworden. Seit 1989 sind damit bereits 16 Kinder in der Umgebung des Kernkraftwerkes Krümmel und der Kernforschungsanlage GKSS in Geesthacht an der schweren Blutkrankheit erkrankt. (tso/ddp)

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