KSK : Mit Lizenz zum Spähen, Sichern – und Kämpfen

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) ist die Eliteeinheit der Bundeswehr. Ihr Standort ist das schwäbische Calw bei Stuttgart. Offiziell einsatzbereit war die Truppe ab April 1997. Anlass auch in der Bundeswehr eine Spezialtruppe zu schaffen, war ein für Deutschland wenig rühmlicher Vorfall im Jahr 1994. Während des Völkermordes in Ruanda mussten deutsche Staatsbürger von belgischen Fallschirmjägern gerettet werden, weil die Bundeswehr über keine den Anforderungen dieser Situation angemessen ausgebildeten und ausgestattete Einheit verfügte, die sofort einsatzbereit gewesen wäre. Als Vorbilder für das KSK galten vor allem der britische Special Air Service (SAS) und die US Special Operation Forces (US SOF).

Zu den Aufgaben des KSK gehören:

Informationen in Krisen und Konfliktgebieten zu gewinnen

eigene Kräfte zu schützen

Deutsche und andere Personen in besonderen Lagen im Ausland zu retten

Einsätze im Feindgebiet

Festnahme von besonders gefährlichen Personen im Ausland wie zum Beispiel Kriegsverbrecher

Das KSK ist in die Struktur der Bundeswehr eingebunden und ein regulärer Verband des Heeres. Es kann eigentlich nicht ohne Zustimmung des Bundestages eingesetzt werden – außer bei unmittelbarer Gefahr für deutsche Staatsbürger. Dann muss das Parlament so schnell wie möglich hinterher informiert werden. Offiziell war das KSK bislang an Einsätzen in Afghanistan und zur Verfolgung von Kriegsverbrechern im ehemaligen Jugoslawien im Einsatz.

Das KSK leidet unter Personalnot – dies geht auch aus internen Papieren des Ministeriums hervor, von denen der Tagesspiegel Kenntnis erhielt. Die Sollstärke von 400 „Kommandosoldaten“ (dazu kommen 600 Unterstützungskräfte wie Sanitäter und Fernmelder) ist bislang nicht erreicht. Dies liegt zum einen am harten Auswahlverfahren. Zum anderen wird der physisch und psychisch hoch anspruchsvolle Job bislang nicht lukrativ entlohnt. Mit finanziellen Anreizen soll versucht werden, geeignete Bewerber anzulocken und Mitglieder des KSK zu bewegen, länger als die durchschnittlichen sechs Jahre in der Einheit zu bleiben.

Der KSK-Einsatz in Afghanistan geht auf einen Beschluss des Bundestages von November 2001 zurück. Laut Verteidigungsministerium traf ein Vorauskommando erst Ende Dezember 2001 in Afghanistan ein. Am 10. Januar soll das KSK-Kontingent von maximal 100 Mann einsatzbereit gewesen sein. fan/lem

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