Kuba : Castro bereitet Landsleute auf magere Zeiten vor

Die Kubaner müssen sich weiter auf schwere Zeiten einstellen. Präsident Raúl Castro erwähnte bei seiner Rede vor mehr als zehntausend Zuhörern zum Jahrestag der Revolution zwar Fortschritte bei der Infrastruktur und im Tourismus, doch die "schwierige Lage" der internationalen und heimischen Wirtschaft zwinge zum Sparen.

Raúl Castro
Der kubanische Präsident Raúl Castro Raúl Castro. -Foto: dpa

HavannaDer kubanische Präsident Raúl Castro hat seine Landsleute auf magere Zeiten vorbereitet. Angesichts der schwierigen Lage der internationalen und der heimischen Wirtschaft müssten sie sich darauf einstellen, den Gürtel enger zu schnallen. Anlässlich des 55. Jahrestages des Angriffs auf die Moncada-Kaserne sagte Raúl Castro am Samstag in Santiago de Cuba im Südosten der Insel, die Kubaner müssten sich daran gewöhnen, nicht nur gute Nachrichten zu erhalten.

In seiner Rede hob er unter anderem Fortschritte bei der Infrastruktur, dem Tourismus, der zwischen Januar und Juni dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14,8 Prozent gewachsen sei, und der petrochemischen Industrie hervor. Er machte jedoch keine Angaben dazu, welche Initiativen die Regierung zur Verbesserung des täglichen Lebens in nächster Zukunft ergreifen werde.
Man sei sich der großen Probleme bewusst, die noch zu lösen seien. Jedoch könne das Land nicht mehr ausgeben, als es habe, betonte Raúl Castro. Zugleich machte Castro klar, die kubanische Revolution sei «sozialistisch», und die Staatsführung würde die Märtyrer dieser Revolution niemals verraten.

Im außenpolitischen Teil seiner Rede vor mehr als zehntausend Zuhörern und der politischen Elite des Landes sagte Castro, egal wie die Präsidentenwahlen in den USA ausgingen, Kuba werde seine Verteidigung nicht vernachlässigen. Dies war der einzige direkte Hinweis auf die USA in der Rede des Präsidenten. Vor zwei Jahren war der heute 81-jährige Fidel Castro, der jahrzehntelang Präsident Kubas gewesen war, bei der traditionellen Ansprache zum 26. Juli zum letzten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Raúl Castro zitierte in seiner rund 50-minütigen Ansprache häufig den älteren Bruder. Der fehlgeschlagene Erstürmungsversuch der Moncada-Kaserne markiert im Kalender der kubanischen Kommunisten den Anfang der Revolution.
(yr/dpa)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben