Kuba : Castro: Bush benimmt sich wie Kolonialherr

Dass George Bush zuletzt für ein "Cuba libre" plädiert hat, erzürnt Erzfeind Fidel Castro in Havana. Der US-Präsident spiele sich auf wie ein Kolonialherr im 19. Jahrhundert, poltert Fidel.

Bush
Publikumswirksam: Bush herzt kubanischen Flüchtling. -Foto: AFP

HavannaDer kubanische Staatschef Fidel Castro hat US-Präsident George W. Bush wegen seiner verbalen Angriffe gegen Kuba mit einem Kolonialherrscher verglichen. Castro, der wegen einer schweren Erkrankung im Juli 2006 die Amtsgeschäfte an seinen Bruder Raúl abgab, schrieb in einem Artikel für die kubanische Presse, er habe sich "niemals vorgestellt", dass er 139 Jahre nach dem Beginn des Freiheitskampfs in Kuba gegen die spanische Kolonialmacht aus dem Munde eines US-Präsidenten die Parole der Mambises (Unabhängigkeitskämpfer) "Viva Cuba libre!" hören werde. Dies sei genau so, als wenn im 19. Jahrhundert ein spanischer Kolonialherr diese Parole gerufen hätte.

Bush hatte in einer Rede am Mittwoch die Verbündeten der USA zur Unterstützung eines internationalen "Freiheitsfonds" für den Wandel in Kuba aufgefordert. Dabei hatte er in spanischer Sprache die Parole "Es lebe das freie Kuba" ausgesprochen. Castro bezeichnete ihn deswegen in seinem Artikel als "falschen Mambí". Die Mambises kämpften zwischen 1868 und 1898 für die Loslösung Kubas von der spanischen Krone. (mit AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar