Kuba : Castro gibt erstes TV-Interview

Erstmals seit seiner schweren Operation im vergangenen Juli hat sich der kubanische Staatschef Fidel Castro wieder in einem Fernseh-Interview gezeigt. Der Maximo Lider sah gesund aus und wirkte entspannt.

Fidel Castro in allen Wohnzimmern.
Fidel Castro in allen Wohnzimmern.Foto: AFP

HavannaDie menschliche Gesundheit sei immer bedroht, "aber wir haben alles getan, was getan werden musste", sagte der 80-Jährige in dem Interview, das im staatlichen Fernsehen ausgestrahlt wurde: Es gebe "kein Staatsgeheimnis" um seinen Gesundheitszustand, sagte er und fügte hinzu, dass er sich inzwischen "wesentlich ausgewogener" ernähre.

Das aufgezeichnete einstündige Interview war mit großer Spannung erwartet worden, auch, weil die Zuschauer sich Aussagen über Castros politische Zukunft erhofften - hierzu äußerte sich der Revolutionsführer allerdings nicht. Castro hatte wegen seiner Erkrankung die Staatsgeschäfte im vergangenen Juli seinem Bruder Raul übergeben. Damals hatte er auch erklärt, sein gesundheitlicher Zustand sei sehr wohl ein Staatsgeheimnis. Castro hatte sich im Juli einer schweren Darmoperation unterziehen müssen und war seither praktisch von der Bildfläche verschwunden, was Spekulationen über ein nahendes Ableben nährte.

Kein Wort zu seiner Zukunft

Er wisse, dass sein Zustand genau überwacht werde - sogar in den USA, sagte Castro: "Mit ihren Satelliten können sie jeden überprüfen, der ein Haus betritt." Spanischsprachige US-Fernsehsender, die das Interview ausstrahlten, brachen die Übertragung nach einer halben Stunde ab, als klar wurde, dass Castro sich nicht zu seiner Zukunft äußern würde.

Hauptthema des Fernsehgesprächs war der Kuba-Besuch des Chefs der kommunistischen Partei Vietnams, Nong Duc Manh, allerdings sprach Castro auch über das Thema Energiesparen, das ihm sehr am Herzen liegt. Kubas Staatschef äußerte sich außerdem zu seinen Freizeitbeschäftigungen - etwa dem Verfassen von Kommentaren. Seit Ende März hat Castro eine ganze Kommentarserie verfasst, in der er hauptsächlich die USA kritisiert. In einem Kommentar hatte er allerdings auch erklärt, er werde sich in Zukunft nur noch selten in den Medien zeigen: "Für Videos und Fotos müssen sie dauern mein Haar schneiden und meinen Bart und Schnurbart stutzen und mich jeden Tag zurechtmachen; dafür habe ich keine Zeit", schrieb er im Mai. (mit AFP)

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben