Kuba : Modrow dementiert "Beratungsreise"

Ex-DDR-Chef Modrow hat Berichten über seine angebliche Mission zur Beratung der kubanischen Führung widersprochen: Er sei nur auf Kuba, um sein Buch vorzustellen.

Modrow
Hans Modrow, Ehrenvorsitzender der Linkspartei. -Foto: ddp

HavannaDer frühere DDR-Regierungschef Hans Modrow ist nicht zu "Lehrzwecken" in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Berichte über seine angebliche Mission zur Beratung der kubanischen Führung in Fragen des Übergangs hat er dementiert. Wie Modrow der "Jungen Welt" und der kubanischen Nachrichtenagentur "Prensa Latina" am Samstag sagte, hält er sich seit Mitte Februar in Kuba auf, um unter anderem sein Buch "In historischer Mission" vorzustellen. Der aus Deutschland stammende Professor Heinz Dieterich hatte zuvor behauptet, Modrow sei in Kuba, um mit der kubanischen Führung über deutsche Erfahrungen beim Systemwandel zu sprechen.

Dieterich, Berater des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und nach eigenen Angaben ein Freund Modrows, ist Lehrer an der Nationalen Universität von Mexiko (UNAM). Modrow sagte dazu, er sei von der Kommunistischen Partei Kubas eingeladen worden und er habe auch politische Gespräche geführt. "Welche Absichten Dieterich mit seinen Erklärungen verfolgt, ist nicht durchschaubar", sagte Modrow der "Jungen Welt". Die Äußerungen Dieterichs entsprächen nicht der Realität, sagte der deutsche Politiker der "Prensa Latina". Der einstige DDR-Ministerpräsident ist Ehrenvorsitzender der Linkspartei.

Anfang der Woche hatte Kubas Revolutionsführer Fidel Castro seinen Verzicht auf die Präsidentschaft des Karibikstaates erklärt. Von der neuen Führung, die an diesem Sonntag von der Nationalversammlung gewählt wird, erhoffen sich viele Kubaner wirtschaftliche Reformen. (ck/dpa)

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