Kuba : Raul Castro gegen die "Falken"

Fidel Castros Bruder Raul hat sich erstmals seit seiner Amtsübernahme öffentlich geäußert: Die Staatsführung in Kuba habe "zehntausende" Reservisten und Milizionäre mobilisiert, um sich gegen einen möglichen Angriff der USA zu wappnen.

Havanna - Kuba sei "nach wie vor bereit", die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu normalisieren, erklärte Raul Castro in der Parteizeitung "Granma", allerdings auf "gleicher Augenhöhe" und nicht mit "Diktaten" oder "Drohungen". Seinem Bruder, dem kubanischen Staatschef, gehe es besser.

Raul Castro, der auch Verteidigungsminister ist, betonte, alle Maßnahmen seien getroffen worden, um jedweden Angriff gegen die kommunistische Karibikinsel abzuwehren. In den frühen Morgenstunden des 1. August - einen Tag nach der Machtübergabe - habe er entschieden, "unsere Kampfkapazitäten substanziell zu erhöhen". Hierzu seien die geplanten Maßnahmen umgesetzt worden, unter anderem die Mobilisierung zehntausender Reservisten und Angehöriger von Milizen. Im Land herrsche "absolute Ruhe".

"Risiko, dass jemand verrückt wird"

Einige "Falken" des amerikanischen "Imperiums" hätten am 31. Juli gedacht, "dass der Moment gekommen ist, die Revolution zu zerstören", sagte Raul Castro. "Wir konnten nicht das Risiko ausschließen, dass jemand verrückt wird, oder noch schlimmer, jemand in der US-Regierung." In dem Zusammenhang kritisierte er scharf den Plan von US-Präsident George W. Bush, die Kubaner bei der Errichtung einer der Demokratie verpflichteten Übergangsregierung zu unterstützen.

Fidel Castro erhole "sich Stück für Stück auf eine zufriedenstellende Weise", sagte sein 75-jähriger Bruder. "Ich denke, seine außergewöhnliche körperliche und geistige Fitness haben eine wesentliche Rolle bei seiner fortschreitenden Gesundung gespielt."

Fidel Castro hatte Ende Juli wegen einer schweren Darmoperation erstmals seit 47 Jahren die Macht vorübergehend an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder abgegeben. Anfang der Woche zeigte das kubanische Fernsehen die ersten Bilder des 80-jährigen Staatschefs vom Krankenbett. (tso/AFP)

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