Kuba und die USA : Laufschrift mit Menschenrechtstexten abgeschaltet

Die USA haben an ihrer Vertretung ein zum Wahrzeichen gewordenes Schrift-Laufband stillgelegt - aber nicht aus gutem Willen.

Seit 2006 waren in Höhe der fünften Etage der US-Vertretung am Küstenboulevard Malecón Nachrichten und vor allem die Menschenrechte zu lesen gewesen. Jetzt wurde die rot leuchtende Laufschrift entfernt. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ian Kelly, teilte in Washington mit, dass die Laufschrift bereits im vergangenen Monat abgeschaltet worden sei. Dabei habe es sich aber nicht um einen Akt des guten Willens gehandelt. Vielmehr sei die Leuchtschrift nicht effektiv gewesen, sagte er.

Die vor allem bei Dunkelheit weithin sichtbare Schrift war zu einer Art Wahrzeichen Havannas geworden. Von Anfang an hatte sie Revolutionsführer Fidel Castro erzürnt. Er ließ einen Wald aus schwarzen Fahnen aufstellen, um die Sicht auf die Text-Botschaften zu verstellen.

Eine offizielle Erklärung zur Abschaltung der Leuchtschrift war am Montag von kubanischen Stellen nicht zu erhalten. Zuvor war in Havanna verbreitet worden, es gebe technische Probleme, deshalb sei der Betrieb schon im Juni beeinträchtigt gewesen.

Washington hat unter Präsident Barack Obama damit begonnen, seine Beziehungen zu Kuba zu verbessern. Obama nahm eine Reihe von Sanktionen zurück. Unter anderem dürfen Exilkubaner aus den USA jetzt häufiger auf die Insel reisen. Beide Länder unterhalten seit 1961 keine diplomatischen Beziehungen mehr, betreiben aber in Washington und Havanna Interessenvertretungen.
 

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, bm

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