Politik : Künast kritisiert Fischereikompromiss Einziger Erfolg: Subventionen

für neue Kutter enden 2004

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Berlin (deh). Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat am Samstag in Berlin die Verhandlungen des EUFischereirates in Brüssel kritisiert. Die fünftägigen zähen Verhandlungen hätten sich „systematisch in die falsche Richtung entwickelt“. Sie sei am Freitag nach der namentlichen Abstimmung im Bundestag nur nach Brüssel zurückgeflogen, um das Schlimmste zu verhindern. In der Nacht zum Samstag einigten sich die Fischereiminister auf verminderte Fangquoten für gefährdete Fischarten wie den Kabeljau, die Seezunge und den Wittling. Allerdings blieben die Reduzierungen mit minus 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beim Kabeljau deutlich hinter den Erwartungen zurück. EU-Fischereikommissar Franz Fischler hatte minus 80 Prozent gefordert.

Gleichzeitig einigten sich die Fischereiminister darauf, Ende 2004 die Subventionen für den Neubau von Fischkuttern einzustellen. „Das ist gut“, lobte die Fischereiexpertin der Umweltschutzorganisation WWF, Heike Vesper. „Zumindest das haben sie hinbekommen“, sagte sie dem Tagesspiegel am Sonntag. Auch Renate Künast bewertet zumindest diesen Teil der Verhandlungsergebnisse als Erfolg. „Wir haben eine Tür aufgestoßen“, sagte sie. Denn auch in den kommenden zwei Jahren gibt es bereits deutliche Einschränkungen bei der Modernisierung der Fischereiflotte. Für jedes neu gebaute Schiff müssen 1,34 Schiffe aus dem Verkehr gezogen und abgewrackt werden. Dadurch werde zumindest ein Teil der Überkapazitäten in der europäischen Fischerei abgebaut, sagte Vesper. Vom kommenden Jahr an will der Fischereirat dann über mehrjährige Bewirtschaftungspläne statt über einjährige Fangquoten verhandeln. „Dann kommt es darauf an, wie konsequent die Wiederaufbaupläne für die gefährdeten Bestände umgesetzt werden“, sagte Vesper.

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