Kündigungswelle : Der Luftwaffe laufen die Piloten davon

Immer mehr Piloten sind mit den Arbeitsbedingungen bei der deutschen Luftwaffe unzufrieden. In Scharen laufen sie den Streitkräften davon und wechseln in besser bezahlte Jobs bei zivilen Fluggesellschaften. Hält dieser Trend an, kann die Luftwaffe ihren Aufgaben bald nicht mehr nachkommen.

HannoverDie deutsche Luftwaffe leidet einem Medienbericht zufolge unter einer dramatischen Kündigungswelle. Wie die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" am Donnerstag berichtet, werben zivile Fluggesellschaften immer mehr Piloten ab. Allein bei der Flugbereitschaft in Köln hätten mittlerweile 36 Flugzeugkommandanten gekündigt, um besser bezahlte Posten anzunehmen. Das Verteidigungsministerium habe der Zeitung bestätigt, dass allein seit Jahresbeginn acht Piloten die Flugbereitschaft verlassen hätten.

Experten schätzten, dass bei den Transport- und Marinefliegern inzwischen bis zu 30 Prozent der Crews fehlten. Auch Fluglehrer hätten besser dotierte Jobs angenommen. Luftwaffeninspekteur Klaus-Peter Stieglitz habe bei Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) deutlich höhere Zulagen für die Soldaten in den Cockpits der Bundeswehrflugzeuge angefordert.

Die Bitte wurde dem Bericht zufolge zunächst zurückgewiesen. In der laufenden Wahlperiode, also bis zum Herbst nächsten Jahres, sei keine finanzielle Besserstellung für die Flugzeugführer möglich. Der Bundeswehrverband fordere ein "Attraktivitätsprogramm" für den Dienst bei der Luftwaffe. Es dürfe nicht dabei bleiben, dass die Bundeswehr die Piloten teuer ausbilde, sie aber so schlecht bezahle, dass die boomenden Airlines leichtes Spiel hätten, gute Flugzeugführer abzuwerben. (sgo/ddp)

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