Politik : Künftig 6 000 Soldaten für Afghanistan?

Berlin - Die Bundesregierung denkt offenbar über eine erhebliche Aufstockung des deutschen Kontingents für den Einsatz in Afghanistan nach. In Berlin werde erwogen, die Obergrenze von derzeit 3500 Soldaten auf bis zu 6000 Soldaten anzuheben, hieß es aus Nato-Kreisen. Im Gespräch seien aber auch maximal 4500 oder 5000 Soldaten, hieß es in Brüssel. Derzeit stellt die Bundeswehr 3494 Soldaten der insgesamt 52 160 Soldaten starken internationalen Afghanistan-Schutztruppe Isaf unter Führung der Nato.

Das Bundesverteidigungsministerium (BMVg) wollte die mögliche Ausweitung der Kontingents-Obergrenze auf 6000 Soldaten auf Nachfrage des Tagesspiegels am Montag nicht bestätigen. „Das ist reine Spekulation“, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe. Deutschland habe ein gültiges Mandat für den Afghanistan-Einsatz mit der festgelegten Obergrenze von 3500 Soldaten, das bis Oktober gelte. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) habe angekündigt, sich Ende Juni oder Anfang Juli zu einer Aufstockung des deutschen Isaf-Kontingents zu äußern. Er werde zuvor den militärischen Ratschlag von Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan entgegennehmen. Die Frage nach zusätzlichen Truppen für Afghanistan ist eines der zentralen Themen beim Nato-Verteidigungsrat am Donnerstag und Freitag in Brüssel. Dabei dürften die USA und Kanada Druck auf die Verbündeten machen, die Zahl ihrer Soldaten in dem Land am Hindukusch zu erhöhen. S.K./AFP

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