Politik : Kultusminister rechnen mit mehr Studenten

Uwe Schlicht

Potsdam - Die Kultusministerkonferenz der Länder hat den umstrittenen Beschluss ihrer Staatssekretäre bekräftigt, sich nicht an der neuesten Studie der OECD über die Lehrer, ihre Arbeitszeit und Unterrichtsgestaltung zu beteiligen. In einem auf einer Plenarsitzung in Potsdam einstimmig gefassten Beschluss betonen die Minister, dass sie von dieser Untersuchung keine neuen Erkenntnisse erwarten. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU), erklärte, die für Deutschland besonders wichtige Frage, wie die Lehrer einen besseren Unterricht gestalten könnten, werde in der Pisa-Untersuchung 2006 ausführlich behandelt. Im Übrigen befinde sich Deutschland in guter Gesellschaft, da auch die USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Neuseeland sich nicht an der OECD-Studie beteiligten.

Auf der Tagung in Potsdam verabschiedete die Konferenz ein Konzept zur Qualitätssicherung in der Lehre an den Hochschulen. Zu den unverzichtbaren Standards gehören die große Studienreform im Zeichen von Bachelor und Master, die Zulassung der neuen Studiengänge über die Akkreditierung, die Evaluation der Studiengänge, die Qualitätssicherung bei den Übergängen von der Schule zur Hochschule und vom Studium in den Beruf.

Diese Akzentsetzung der Kultusminister ist von Bedeutung, da es immer wieder Versuche von Hochschulen gibt, sich nicht an Akkreditierung und Evaluation zu beteiligen oder die Umstellung auf Bachelor und Master zu verzögern. Wie notwendig die Verkürzung der Studienzeiten durch Bachelor und Master ist, unterstrich die Kultusministerkonferenz unter Hinweis auf die steigenden Studentenzahlen: Die Zahl der Studienanfänger wird von 368000 im Jahr 2004 auf 450000 im Jahr 2012 steigen. Die Kultusminister stellen sich auf eine Gesamtzahl von 2,4 bis 2,7 Millionen Studenten ein.

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar