Politik : Kundus: Angriff auf Lager der Bundeswehr Zwei Deutsche und ein Schweizer verletzt

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Berlin/Kabul Bei einem Granatenangriff auf das Lager der Bundeswehr im nordafghanischen Kundus sind am Mittwoch zwei deutsche Soldaten und ein Schweizer Soldat verletzt worden. Sie würden ärztlich betreut, erklärte am Abend das Verteidigungsministerium in Berlin. Wer für den Angriff verantwortlich ist, war zunächst unklar. Die Angehörigen der Verletzten seien sofort verständigt worden.

Dem Granateneinschlag um 19.12 Uhr (MESZ) war um 18.13 Uhr laut Ministerium eine Explosion 500 Meter nordwestlich des Lagers vorausgegangen, von der jedoch keine Bundeswehrangehörigen betroffen gewesen seien. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden sofort verschärft. Die Lage sei nach dem Granateneinschlag ruhig geblieben, hieß es.

In Kundus sind derzeit 269 Bundeswehrsoldaten stationiert. Sie gehören zu einem von zwei deutschen Wiederaufbauteams (PRT) in dem vom Krieg zerstörten Land. 105 deutsche Soldaten sind in Feisabad im Norden des Landes stationiert. Insgesamt stellt die Bundeswehr für den internationalen Afghanistan-Einsatz mit UN-Mandat und unter Nato-Führung 2250 Soldaten zur Verfügung. Derzeit sind davon 1550 Soldaten in der Internationalen Schutztruppe Isaf in Kabul. Der Einsatz in Afghanistan ist gefährlich: Bei einem Anschlag in Kabul auf zwei Bundeswehr-Busse waren im Juni 2003 vier Soldaten getötet und 29 verletzt worden.

Der Bundestag stimmt am heutigen Donnerstag über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr ab. Im Gegensatz zur FDP hat die Union bereits signalisiert, dass sie dem verlängerten Einsatz zustimmen werde. Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche beschlossen, das am 13. Oktober auslaufende Isaf-Mandat um ein weiteres Jahr zu verlängern. dpa

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