Politik : Kundus: Bisher schwerster Anschlag

Kundus - Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Rekrutierungszentrum der afghanischen Armee in Kundus sind am Montag mindestens 36 Menschen getötet worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden 42 weitere Menschen verletzt. In der nördlichen Provinz Kundus ist auch die Bundeswehr stationiert. Die Taliban bekannten sich zu dem Bombenanschlag. Die Opfer waren nach Behördenangaben mehrheitlich Männer, die in die Armee eintreten wollten, aber auch Frauen und vier Kinder wurden getötet. Zunächst war von 33 Toten die Rede. Nach Angaben der Taliban hatte der Attentäter das Rekrutierungszentrum mit Sprengsätzen betreten, die an seinem Körper befestigt waren.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai nannte den Anschlag einen „unverzeihlichen Terrorakt gegen diejenigen, die zum Schutz ihrer Nation der Armee beitreten wollten“. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, die „Feinde Afghanistans“ würden durch eine starke afghanische Armee bedroht und griffen daher die Zivilisten an, die sich in den Dienst der Zukunft ihres Landes stellen wollten.

In Afghanistan kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen, die meist von den Taliban verübt werden. Mit Anschlägen speziell gegen Rekrutierungszentren der Armee und auch der Polizei wollen sie junge Afghanen davon abhalten, sich den Sicherheitskräften des Landes anzuschließen. Das Rekrutierungsbüro in Kundus war zuletzt im vergangenen Dezember Ziel eines Angriffs. Bewaffnete Männer mit Selbstmordwesten töteten dabei acht Mitglieder des Sicherheitspersonals. Die Taliban bekannten sich auch seinerzeit zu der Tat. AFP

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