Kurden-Genozid : Urteil gegen Iraker erwartet

Im Prozess wegen Völkermordes an den Kurden im Irak sollen in den kommenden Tagen die Urteile gegen Saddam Husseins Cousin, Ali Hassan al Madschid, und fünf weitere Angeklagte verkündet werden.

Bagdad/KairoIm Prozess wegen Völkermordes an den Kurden im Irak sollen in den kommenden Tagen die Urteile gegen Saddam Husseins Cousin, Ali Hassan al Madschid, und fünf weitere Angeklagte verkündet werden. Irakische Medien berichteten, das Sondertribunal für die Verbrechen des Saddam-Regimes werde möglicherweise schon an diesem Wochenende zur Urteilsverkündung zusammentreten.

Al Madschid, der wegen der Chemiewaffen-Angriffe auf die Kurden in den 80er Jahren "Chemie-Ali" genannt wird, hatte trotz zahlreicher Zeugenaussagen, Tonbänder und Dokumente, die ihn belasten, während des Prozesses stets seine Unschuld beteuert. Der frühere Verteidigungsminister Sultan Haschim hatte erklärt, er habe die Befehle Saddams im Kampf gegen die Kurden ausführen müssen, da er sonst selbst getötet worden wäre.

Mit ihnen angeklagt sind Sabid Abdul Asis al Duri, der frühere Chef des Militärgeheimdienstes, Farhan al Dschaburi, ein ehemaliger Chef der gleichen Einheit im Nordirak, Madschids einstiger Assistent, Taher al Aani sowie Ex-General Hussein Raschid. Zu Beginn des Prozesses hatte auch Saddam selbst auf der Anklagebank gesessen. Er war am 30. Dezember 2006 wegen des Massakers in dem schiitischen Ort Dudschail gehängt worden. Auch den sechs Angeklagten in dem Prozess wegen der Angriffe auf die Kurdenregion droht die Todesstrafe. (mit dpa)

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