Kurden-Konflikt : Wieder Tote bei Gefechten mit PKK

Im türkisch-irakischen Grenzgebiet ist es zu neuen Gefechten zwischen türkischen Soldaten und Kämpfern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gekommen. Mindestens 18 Menschen wurden getötet.

Istanbul/BagdadBewaffnete hätten bereits am Montag auf dem Berg Cudi drei Soldaten erschossen, teilte der türkische Generalstab mit. Die Armee habe danach 15 Angreifer getötet und auch Kampfhubschrauber eingesetzt. In Istanbul laufen unterdessen Vorbereitungen für eine internationale Irak-Konferenz, bei der am Freitag auch über den Kurden-Konflikt gesprochen werden soll. Dazu werden US-Außenministerin Condoleezza Rice und der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erwartet.

Die Türkei droht mit einer Militäroffensive gegen Lager der PKK im Nordirak und hat an der Grenze zehntausende Soldaten zusammengezogen. Sie hat ihre Verbündeten aufgefordert, gegen die PKK vorzugehen. Die PKK wird in der Türkei, aber auch in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Bei Kämpfen sind in der jüngsten Zeit etwa 100 Menschen getötet worden.

Verhandlungen um verschleppte türkische Soldaten

Die irakische Regierung will für die Freilassung von acht türkischen Soldaten sorgen, die am 22. Oktober von PKK-Kämpfern verschleppt worden waren. Außenminister Hoschiar Sebari versprach nach einem Treffen mit seinem iranischen Kollegen Manuchehr Mottaki in Bagdad: "Die irakische Regierung bemüht sich, durch Verhandlungen, die über Dritte geführt werden, um ihre Freilassung." Der kurdische Politiker erklärte weiter, die Regierung werde der PKK die Nachschubwege abschneiden.

Der iranische Außenminister warnte die irakischen Kurden indirekt davor, die PKK zu unterstützen. "Wer den Terrorismus fördert, der gefährdet die brüderlichen Beziehungen zwischen allen Betroffenen", erklärte er. Gleichzeitig sprach er sich erneut gegen einen militärischen Alleingang der Türkei aus.

Die Parteizeitung der Patriotischen Union Kurdistans (PUK), "Al-Ittihad", zitierte den Präsidenten des kurdischen Autonomiegebietes, Massud Barsani, mit den Worten: "Wir sind nicht gegen die Türkei und strecken ihr die Hand der Freundschaft entgegen." Die irakischen Kurden seien in dem Konflikt zwischen der Türkei und der PKK "Unbeteiligte". (mit dpa)

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