Kurdenkonflikt : Türkei fliegt Luftangriffe nach PKK-Anschlag

Als Reaktion auf den gestrigen Anschlag hat die türkische Luftwaffe heute Stellungen der PKK bombardiert. Bei dem Anschlag starben neun Soldaten.

IstanbulDie türkische Luftwaffe hat nach einem tödlichen Bombenanschlag der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK auf einen Militärkonvoi Luftangriffe im Nordirak geflogen. Ziel waren Stellungen der PKK entlang der Grenze zur Türkei gewesen, teilte der türkischen Generalstab am Donnerstag in Ankara mit. Die neun türkischen Soldaten waren am Vortag getötet worden, als im Südosten der Türkei eine etwa 100 Kilogramm schwere Bombe gezündet worden war.

Die PKK bekannte sich inzwischen zu dem Anschlag. Der Angriff sei "auf Initiative unserer örtlichen Kräfte" erfolgt, die aber ohne Befehl des Hauptquartiers gehandelt hätten, teilte die militärische PKK-Führung in einer im Internet verbreiteten Erklärung mit. Der Anschlag sei eine Reaktion auf die Verhaftung kurdischer Politiker in der Türkei und auf Misshandlungen.

Angriffe der iranischen Armee auf Kurden im Irak

Kommunalbeamte in der nordirakischen Kurdenprovinz Suleimanija teilten unterdessen mit, die iranische Armee habe am Mittwochabend im Bezirk Sarawan unweit der Grenze mehrere Dörfer unter Beschuss genommen. Es sei großer Sachschaden entstanden. Verletzte gab es nach ihren Angaben nicht.

Die PKK wird in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 80er Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete von der Türkei. In dem Konflikt wurden nach Angaben der türkischen Armee bisher mindestens 35.000 Menschen getötet. (cl/dpa)

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