Kurdenkonflikt : Wieder türkische Luftangriffe auf den Nordirak

Türkische Flugzeuge haben heute nach irakischen Angaben neue Angriffe gegen vermutete kurdische Rebellenstellungen geflogen. Unterdessen veröffentlichte die türkische Armee Zahlen zu den Angriffen im Nordirak, die stark von den Angaben der Kurden abweichen.

Bagdad Die türkische Luftwaffe hat auch heute wieder neue Angriffe auf mutmaßliche PKK-Stellungen im Nordirak geflogen. Dabei seien am Morgen unter anderem unbewohnte Dörfer in der Provinz Dohuk bombardiert worden, sagte ein Vertreter der kurdischen Peschmerga-Einheiten im Nordirak, Dschabbar Jawa. Es gab zunächst keine Berichte über mögliche Opfer oder materielle Schäden.

Gestern wurden bei einem Einsatz der türkischen Arme gegen kurdische Rebellen in der südosttürkischen Stadt Sirnak fünf mutmaßliche PKK-Kämpfer getötet worden. Wie der türkische Generalstabschef Yasar Büyükanit am Abend auf der Webseite des Militärs bekanntgab, waren unter den Getöteten zwei Frauen.

Ebenfalls am ersten Weihnachtsfeiertag hatte es nach irakischen Angaben neue Angriffe der türkischen Luftwaffe gegen vermutete Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak gegeben. Dabei sei aber lediglich unbewohntes Gebiet getroffen worden, erklärte ein Sprecher der kurdischen Peschmerga-Milizen in Erbil, der Hauptstadt der nordirakischen kurdischen Autonomieregion.

Zuletzt hatte die türkische Luftwaffe am Samstag und Sonntag Ziele im Nordirak bombardiert. Die Angriffe richten sich gegen die PKK, die immer wieder Ziele in der Türkei attackiert und das unzugängliche Berggebiet im angrenzenden Nordirak als Rückzugsraum nutzt.

Der türkische Generalstabschef Yasar Büyükanit hat am Dienstag auf der Webseite des Militärs Zahlen zu den Angriffen im Nordirak bekanntgegeben. Zwischen dem 16. und 22. Dezember 2007 seien mehr als 200 Ziele der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak bombardiert worden. Kurdische Quellen geben dagegen lediglich 33 Ziele an, so Armeechef Büyükanit. Bei den Angriffen seien insgesamt 150 bis 175 PKK-Kämpfer "außer Gefecht gesetzt worden". Von den 182 vermuteten versteckten Lagern seien 10 Luftabwehrstützpunkte und 14 Waffenlager bombardiert worden, zitieren türkische Zeitungen den Armeechef. (ae/dpa)

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