Politik : Kursk-Unglück: Bergung im September

Russische und norwegische Taucher wollen Ende September mit der Bergung der Leichen aus dem gesunkenen Atom-U-Boot "Kursk" beginnen. Das bestätigte der stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow am Mittwoch nach einem Gespräch mit Präsident Wladimir Putin. Die komplizierte Hebung des Wracks werde wahrscheinlich nicht vor September nächsten Jahres in Angriff genommen, sagte Klebanow, der die Untersuchung zu den Ursachen des "Kursk"-Untergangs leitet. Das U-Boot war mit 118 Menschen an Bord auf den Grund der Barentssee gesunken. Die Taucher würden zunächst Löcher in die Hülle der "Kursk" schneiden. Ein Team bestehe aus zwei Russen, die ins Innere des U-Boots tauchen sollten, und einem Norweger. Die Aktion werde so lange dauern, bis alle sterblichen Reste der Seeleute geborgen seien.

Nach Einschätzung eines bekannten russischen Ökologen werden die beiden Reaktoren der "Kursk" mit großer Wahrscheinlichkeit die Barentssee nuklear verseuchen. Alexej Jablokow, ein früherer Umweltberater von Präsident Boris Jelzin, sagte: "Sowie man die Kammer mit den Reaktoren öffnet - und man muss sie öffnen, weil sich darin tote Seeleute befinden könnten - beginnt der Ausfluss von Radioaktivität."

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