Politik : Kursk-Wrack: Moskau: Videobilder sprechen für Kollision

Neue Videoaufnahmen vom Wrack des gesunkenen Atom-U-Boots Kursk untermauern nach russischen Regierungsangaben die These eines Zusammenstoßes mit einem anderen U-Boot. Das von den Tauchern mitgebrachte Filmmaterial zeige Schrammen am Rumpf, zudem sei die Metallhülle der ersten und zweiten Kammer von außen eingedrückt, teilte der mit der Untersuchung des Unglücks beauftragte Vize-Regierungschef Ilja Klebanow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch mit.

Klebanow wertete die neuen Bilder als "ernsthaften Beweis" für eine Kollision. Endgültige Aussagen über die Unglücksursache könne die Regierung allerdings erst machen, wenn die Kursk im Sommer nächsten Jahres vom Grund der Barentssee gehoben worden sei. Klebanow legte am Mittwoch auch einen weiteren Brief eines U-Boot-Offiziers vor, den dieser wenige Stunden nach dem Unglück geschrieben hatte.

Klebanow sagte, es seien diverse neue Fakten durch die kürzlich vorgenommene Untersuchung des Wracks der Kursk aufgetaucht. "Wir haben eine große Deformation am Rumpf entdeckt, die nur aus eine Kollision stammen kann und nichts anderem", sagte der Vize-Regierungschef im Fernsehsender ORT. An der Bergung des 25 000 Tonnen schweren Schiffs soll Klebanow zufolge ein internationales Konsortium beteiligt werden. Der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew sagte, die Regierung werde sogar bald in der Lage sein, genau zu bestimmen, welches westliche U-Boot die Kursk rammte. "Wir werden das beweisen können", zitierte Interfax den Verteidigungsminister.

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