Politik : Kurz & Bündig: Herbert Schneider: Ministerpräsidenten

Albert Funk

Über Föderalismusreform wird wieder viel geredet und geschrieben, und so erscheint ein dickes politologisches Buch über die Ministerpräsidenten gerade rechtzeitig. Es ist ein Werk mit einer beachtlichen Daten- und Informationssammlung, eines unterfütterte Studie zum "Profil eines politischen Amtes". Interessant ist an dem Band vor allem, dass den Ergebnissen auch direkte Befragungen und Interviews mit Länderregierungschefs zu Grunde liegen. So ist zu erfahren, dass Ministerpräsidenten die eigene Überzeugungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft als wichtigste persönliche Eigenschaften auf dem Weg ins Amt betrachten, Anpassungsfähigkeit dagegen gering gewichten. Einige von ihnen haben sogar den Macht- und Kompetenzverlust der Länder erkannt und beklagen ihren Status als "Provinzpolitiker". Für Herbert Schneider hängt der Erfolg einer Föderalismusreform auch davon ab, dass sich alle Ministerpräsidenten mit Klugheit zu staatsmännischen Qualitäten durchringen, um diesen Status zu überwinden. (Leske & Budrich, Opladen 2001. 434 Seiten. 72 DM.)

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