Politik : Kurz und bündig: Jan M. Piskorski: Pommern im Wandel der Zeiten

Jürgen Schmädeke

Pommern ist heute ein geographischer Begriff, der nicht ohne weiteres zuzuordnen ist. Umso verdienstvoller ist diese zugleich in einer polnischen und einer deutschen Ausgabe erschienene Gemeinschaftsarbeit von Historikern beider Länder. Sie umfasst - von der Urzeit bis zur Gegenwart - im wesentlichen das Gebiet der alten pommerschen Herzogtümer, aus denen die preußische Provinz Pommern entstand, also das nach 1945 deutsch gebliebene Vorpommern und das heute, einschließlich des Stettiner Gebietes, polnische Hinterpommern, letzteres 1950 in die Wojewodschaften Szczecin (Stettin) und Koszalin (Köslin) gegliedert. Der deutsche Rest (in dem vom Dreißigjährigen Krieg bis 1815 auch Schweden herrschte) ist nun ein Bestandteil Mecklenburg-Vorpommern, der polnische Teil gehört zu "Pomorze" - was übersetzt "Land am Meer" bedeutet, und auch das ehemalige Westpreußen (Pomorze Wschodnie/Ost-pommern, Pommerellen) umfasst.

Alles in allem: "Pommern" ist eine Region, deren Geschicke sich mit nationalen Zuordnungen nicht begreifen lassen. Das zeigt diese Darstellung in aller Deutlichkeit und mit einer kritischen Unvoreingenommenheit, von der die Geschichte der Zerteilung nach 1945, der Vertreibung der Deutschen und der kommunistischen Diktatur nicht ausgenommen ist. 233 Karten, Stadtpläne und Abbildungen machen die Geschichte anschaulich. Eine Konkordanz deutscher und polnischer Ortsnamen erleichtert die Orientierung. (Zu beziehen ist das Buch über den Pommerschen Buchversand, Europaweg 3, 23570 Lübeck. Es hat 458 Seiten und kostet 39,80 DM.)

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