Politik : Kurzmeldungen zum Kosovo

Kirchen warnen vor Eskalation

BONN (AFP).Die katholische und die evangelische Kirche in Deutschland haben vor einer Spirale der Gewalt im Kosovo-Konflikt gewarnt.Gelinge es nicht, wieder Chancen "für politische Konfliktbearbeitung" zu eröffnen, drohe eine "weitere, schwer kontrollierbare Eskalation der Gewalt", erklärte die Katholische Deutsche Bischofskonferenz.Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche, Präses Manfred Kock, sagte, den "Belgrader Diktator" und seine Helfer trieben die Luftangriffe "offenbar nur an, mit noch größerer Brutalität die albanische Bevölkerung aus dem Kosovo zu vertreiben".Den Angriffen der NATO fielen auch unschuldige Menschen zum Opfer, darunter solche, die man vor Unrecht und Gewalt schützen wolle.

Gottesdienst für Frieden

BELGRAD (dpa).Etwa 50 000 Serben haben am Dienstag in Belgrad auf dem Platz vor der größten serbisch-orthodoxen Kirche des Hl.Sava an einem Gottesdienst für den Frieden und alle Opfer des Krieges in Jugoslawien teilgenommen.Die dreistündige Messe zelebrierten das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, und sein Gast, das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II., gemeinsam.Die beiden Kirchenführer riefen die NATO auf, die Luftangriffe auf Serbien einzustellen und alle Probleme auf friedliche Weise zu lösen.

Jelzin gegen Beitritt Belgrads

MOSKAU (dpa).Der russische Präsident Jelzin hat den Hoffnungen Jugoslawiens auf einen baldigen Beitritt zur Union zwischen Rußland und Weißrußland eine Absage erteilt.Gleichzeitig warnte er vor einem Bruch der Beziehungen Rußlands zu den "führenden Staaten" der Welt.Jelzin betonte, daß Rußland weiterhin eine friedliche Lösung anstrebe.Rußland könne sich nicht von den führenden Staaten der Welt isolieren und sich mit ihnen überwerfen.

Neues Flüchtlingslager

SKOPJE (rtr).Mazedonien hat den Bau eines neuen Lagers für Flüchtlinge aus dem Kosovo zugelassen.Im nordwestlichen Cegrane nahe Tetovo gelegen, werde es in den nächsten drei Tagen 3000 bis 5000 Flüchtlinge und binnen drei Wochen hoffentlich bis zu 20 000 aufnehmen können, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

Robbenfleisch für Flüchtlinge?

TORONTO (AP).Mit Empörung haben Tierschützer auf einen Vorschlag des neufundländischen Fischereiministers John Efford reagiert, in Kanada zwei Millionen Robben zu töten und deren Fleisch zur Ernährung von Kosovo-Flüchtlingen zu verwenden.Die kanadische Tierschutzgesellschaft warf ihm vor, das Leid der Flüchtlinge zu eigenen politischen Zwecken zu nutzen.Neufundland will Ottawa seit langem dazu bewegen, die Jagdquote zu erhöhen.Die ärmste Provinz Kanadas betrachtet die Robbenjagd als eine ihrer wenigen Einnahmequellen; die Preise für das Fell der Tiere fielen indes seit dem vergangenen Jahr um die Hälfte.

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