Politik : Kurzmeldungen

NAME

Viele Beobachter in der Türkei rieben sich am Sonntagabend verwundert die Augen: Dass die neue deutsche Regierung auch knapp drei Stunden nach Schließung der Wahllokale noch nicht feststand, überraschte die meisten. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so knapp wird“, sagte der Politikwissenschaftler Nail Alkan vom Forschungszentrum für Europa-Fragen an der Universität Ankara. Für die Türken sind lange Spekulationen über Sitzverteilungen und mögliche Regierungsbündnisse am Wahlabend zwar nicht neu – doch bisher kannten sie das eher von Parlamentswahlen im eigenen Land.

Die meisten Türken drückten für Rot-Grün die Daumen. „Das wäre für die Türkei besser, weil Herr Stoiber die Türkei nicht in der EU haben will“, sagte Alkan. Auch bei der Zuwanderungspolitik sei Rot-Grün aus türkischer Sicht der CDU/CSU vorzuziehen. Bei ihrer Berichterstattung über die Wahl betonten die türkischen Medien immer wieder, dass knapp 500 000 türkischstämmige Bundesbürger bei der Bundestagswahl mitstimmen durften, mehr als je zuvor. Umfragen zufolge tendierten die Deutsch-Türken eher zu einer Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses. Thomas Seibert

0 Kommentare

Neuester Kommentar