Politik : Kurzmeldungen

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Was bedeutet diese Wahl für Polen?

Deutsche Politik ist für Polen eine Schicksalsfrage. Unser Land hat mit Spannung auf diesen Wahltag geschaut. Gott sei Dank macht es für Polen heute keinen großen Unterschied mehr, welche der großen Volksparteien den Kanzler stellt. Wir vertrauen auf die Zusicherung, dass jede Bundesregierung Polens EU-Beitritt in der ersten Runde der Erweiterung unterstützt. Ich habe mit Gerhard Schröder sehr eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet und zuvor mit Helmut Kohl. Auch Edmund Stoiber war schon mehrfach zu Gast – mit sichtbarem Ergebnis. Mein Dienstwagen ist ein BMW, mein Vorgänger hatte einen Mercedes.

Das Wahlergebnis ist äußerst knapp.

Wer über die lange Unklarheit bei der US-Präsidentenwahl wegen der Auszählung in Florida gelacht hat, sieht nun: Auch die Deutschen machen es spannend. Ich habe meine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang geholt. Aber Spaß beiseite. Mit den vier traditionsreichen Parteien im Bundestag zeigt sich Deutschland politisch sehr stabil – im Gegensatz zu Frankreich und anderen europäischen Ländern, wo neue Gruppen starken Zulauf bekamen. Und die PDS ist an den Rand gedrückt.

Was unterscheidet die PDS von Polens erfolgreichen Ex-Kommunisten?

Ich bitte Sie! Das kann man nicht vergleichen. Schon unter General Jaruzelski war unsere Arbeiterpartei viel liberaler als die SED unter Honecker. Und die Nachfolgepartei SLD, das sind Sozialdemokraten, die die Vergangenheit nicht leugnen und die Nato befürworten. Allerdings haben wir auch keinen Ost-West-Gegensatz.

Ihr Wunsch an Berlin?

Dass die Regierungsbildung sich nicht lange hinzieht. Europa braucht ein verlässliches und handlungsfähiges Deutschland als Motor. Und wir Polen brauchen es als starken Freund – so wie unter Kohl und Schröder.

Mit Aleksander Kwasniewski sprach Christoph von Marschall.

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