Politik : Kurzmeldungen

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Es gibt eine alte Erzählung in Slowenien über den Helden Martin Krpan. Eigentlich war Krpan ein Salzschmuggler, doch als eines Tages ein Riese Wien bedrohte und alle Ritter nichts gegen ihn ausrichten konnten, da erinnerte sich der Kaiser an den verwegenen Slowenen. Krpan griff kurzerhand zur Axt, fällte im kaiserlichen Garten eine Linde und fertigte sich eine riesige Waffe, in der das Schwert des Riesen stecken blieb. Nur die Kaiserin war etwas missmutig, denn es war der Baum gewesen, in dessen Schatten sie sich mit Vorliebe auszuruhen pflegte. Dass sich Krpan den Baum mit den herzförmigen Blättern griff, war kein Zufall, schließlich ist die Linde der Lieblingsbaum der Slowenen. Viele slowenische Dörfer sind um eine Linde herum entstanden, sie war der soziale Mittelpunkt des Dorflebens. Einige der Bäume sind heute 400 bis 500 Jahre alt. Die „Lipa“ wird deshalb häufig als Baum des Lebens in Volksliedern besungen. Und wie Martin Krpan dient sie den Slowenen heute als Allzweckwaffe: TourismusManager nutzen sie als Logo, den Genießern liefert sie Lindenblüten-Tee. Und als die Slowenen ihre eigene Währung einführten, überlegten sie ernsthaft, ob diese nicht Linde heißen sollte.

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