Politik : Kurzmeldungen

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Mit einem klaren WodkaKopf kann man eigentlich alles besser: Schach spielen, Karten kloppen, und neue Freundschaften erreichen schlagartig die nötige Tiefe. Das glauben die Polen und man selber auch – man muss nur einmal eingeladen worden sein. Im Westen wird der Wodka nur als kulinarische Verdauungshilfe wahrgenommen, die Polen verdauen mit dem „Wässerchen" alles: seelische Nöte, wirtschaftliche Tiefschläge und die große Liebe. Der Wodka mit dem Büffelgras hat dabei einen gewissen Kultstatus erreicht. In Deutschland glauben viele, die Polen tränken nur diesen, ja, er sei sogar der beste. Er hat 40 Prozent Alkohol. Aber er gibt sich harmlos mit seinem leichten Aroma nach frischem Heu und Kräutern, das manche herauszuschmecken meinen. Der Grashalm selbst ist nur Dekoration, aber man sieht nicht, dass vorher mehrere hundert Liter Wodka mehrmals durch ein bis zwei Kilogramm Büffelgras gegossen werden, das im Frühsommer geerntet wird. Der so gewonnene Extrakt wird mit reinem Wodka vermischt. Selbst die Begegnung mit einem tonnenschweren Wisent, dem Etikett entstiegen, könnte einem nach dem Genuss nichts mehr anhaben.

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