Politik : Kurzmeldungen

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Die Sommersonnenwende, ein magischer Moment. Die Letten feiern am Abend des 23. Juni wie viele andere Völker des Nordens den längsten Tag des Jahres. Feuer werden entzündet, die böse Geister vertreiben sollen – etwas gruselig ist er ja schon, der so genannte LigoAbend. Am nächsten Tag geht es dafür um so heiterer zu. Das Johannisfest zu Ehren der Geburt Johannes des Täufers ist das wichtigste traditionelle Fest in Lettland. Und eine bedeutende Rolle am „Jani“ übernimmt eine kleine gelbe Blume mit weißen Blättern, die Wucherblume. Man sagt ihr nach, zur Sommersonnenwende magische Kräfte zu haben. Die Letten pflücken sie und flechten sie zusammen mit anderen Wiesenblumen und Gräsern zu Kränzen, mit denen Haus, Hof und sogar das Vieh geschmückt werden. Natürlich geben Wucherblumen zu jedem Anlass schöne Blumensträuße her, sie blühen von Juni bis September. Und auch im Baltikum kennen Verliebte den Abzählreim „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht …“. Viele Letten fühlen sich sehr naturverbunden, Pflanzen und Tiere haben häufig eine mythologische Bedeutung. So muss sich die Wucherblume den Ruhm als wichtigste Pflanze der Nation teilen – mit der Linde, die für das Weibliche, und mit der Eiche, die für alles Männliche steht.

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