Politik : Kuschs neue Heimat

Antje Lückingsmeier

Hamburg - Er ist wieder da. Hamburgs Ex-Justizsenator Roger Kusch stellte am Montag sein Baby vor. „Heimat Hamburg“ heißt es, zählt bislang zehn Mitglieder und soll die politische Landschaft in der Hansestadt rechts der Mitte anreichern. Gab es das nicht schon mal von Ronald Schill? Dazu sagt der 51-jährige Jurist: „Schill ist Schill, und Kusch ist Kusch.“

Ende März wurde Roger Kusch von seinem alten Studienfreund, Bürgermeister Ole von Beust, gefeuert. Roger Kusch trat noch am selben Tag aus der CDU aus. „Die Unzufriedenheit schwärt schon lange“, sagte Kusch. Ihm sei die CDU zu sozialistisch, zu links geworden. Themen, derer er sich angenommen habe, seien „unangemessen und ignorant“ zurückgewiesen worden. Nun will er also alles besser machen. Das neue Parteilogo zeigt in weißer Schrift auf blauem Grund zwei doppeldeutige Zeilen: „Heimat Hamburg – Der rechte Weg für unsere Stadt.“

Kusch, auch die „lächelnde Guillotine“ genannt, ließ Zettel zu den vorläufigen Parteizielen verteilen. Einige Schlagworte daraus: „Abschaffung des Jugendstrafrechts“ und „Ablehnung des Hundeleinenzwangs“. Das ausführliche Wahlprogramm sowie die Parteisatzung würden nachgeliefert, wenn grünes Licht vom Bundeswahlleiter komme, versprach Kusch. Da „Heimat Hamburg“ keine „finsteren Gesellen“ in den eigenen Reihen haben wolle, gebe es „neue Methoden zur Mitgliederfindung“, die eventuell nicht auf die Zustimmung des Bundeswahlleiters stoßen könnten, vermutete Kusch. Welche das sind, darüber schwieg er sich aus. Kusch und „Heimat-Hamburg“-Geschäftsführer Guy Seidel (ebenfalls Ex- CDUler) gaben sich jedoch zuversichtlich, in zwei Jahren in die Bürgerschaft einzuziehen.

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