Politik : Kyoto-Protokoll später in Kraft als geplant Russland verzögert Klimaschutz

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Bonn (dpa). Das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz wird entgegen der Forderungen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union zum Erdgipfel in Johannesburg (August/September) voraussichtlich noch nicht in Kraft treten können. Dies kündigte die Leiterin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen, Joke Waller-Hunter, am Montag in einem dpa-Gespräch in Bonn an. Nach den positiven Nachrichten von der EU und aus Japan, wo das Protokoll in Kürze ratifiziert werde, sei Russland nach wie vor nicht an Bord.

„Wir werden zwar mehr als 55 Staaten haben, die das Protokoll bis dahin ratifiziert haben. Aber wir werden dabei nicht die erforderlichen 55 Prozent der Emissionen zusammenbekommen“, sagte Waller-Hunter. „Es ist daher unwahrscheinlich, dass das Kyoto- Protokoll in Johannesburg in Kraft treten kann.“ Zu neuen Verhandlungen über den Klimaschutz werde es auf dem Gipfel nicht kommen. Sie vermied eine Kritik an den Vereinigten Staaten, die abseits vom Kyoto-Prozess ein eigenes Klimaschutz-Programm verfolgen wollen.

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