Politik : Labours Linke hofft auf die Zeit nach Blair

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London Der britische Finanzminister Gordon Brown (54), der als Nachfolger von Premierminister Tony Blair gehandelt wird, hat für eine Modernisierung der regierenden Labour-Partei geworben. Labour müsse sich weiter erneuern als eine Partei, „die Macht, Reichtum und Aufstiegsmöglichkeiten für alle möglich macht, nicht nur für einige wenige“, sagte Brown am Montag in seiner Grundsatzrede auf dem Labour-Parteitag im englischen Seebad Brighton.

Brown lobte die politischen Errungenschaften von Tony Blair und versprach, die Modernisierung der Partei voranzutreiben. Er sagte mehrmals, er wolle New Labour weiter reformieren, daran arbeiteten er und Blair seit 20 Jahren. „Nur als eine Partei der Reformen hat Labour eine Zukunft“, sagte Brown vor den Parteidelegierten. Den Konservativen warf er vor, sie seien „unfähig“, sich zu erneuern.

Beobachter des Parteitags sprachen vom Beginn einer „geplanten Machtübergabe“ von Blair an Brown. Noch ist unklar, wann der 52 Jahre alte Partei- und Regierungschef Blair die Führung an Gordon Brown abgeben wird. Vizepremierminister John Prescott hofft nach Medienberichten auf einen Rücktritt von Blair im Frühjahr oder Sommer 2007. Das würde seinem Nachfolger genügend Zeit für die Vorbereitung auf die nächsten Wahlen geben, die spätestens 2010 stattfinden.

Der linke Flügel der Partei sowie die Gewerkschaften hoffen, dass sich die Labour-Partei von der Mitte mehr nach links bewegen wird, wenn Brown den Parteivorsitz und die Regierungsführung übernimmt. Darauf habe es aber in seiner Rede keine Hinweise gegeben, meinten politische Beobachter. Im Gegenteil wurde in Browns Ausführungen ein deutliches Signal gesehen, dass der Schatzkanzler bei einer möglichen Übernahme der Regierungsgeschäfte zum Beispiel die Modernisierung der öffentlichen Dienste in Großbritannien fortführen will, wie sie von Blair eingeleitet wurde. Zum Irakkrieg äußerte sich Brown in seiner Rede nicht. dpa

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