Politik : Labours Tief wird tiefer

London - Der britische Premierminister Gordon Brown und seine Labour-Partei kommen nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Zwei Tage nach einer vernichtenden Nachwahl-Niederlage in Südengland hat am Samstag die Vorsitzende der schottischen Labour-Partei, Wendy Alexander, nach Ärger um falsch deklarierte Spendengelder ihren Rücktritt erklärt. In einer Wahlumfrage liegt Labour zudem weit hinter den konservativen Tories. Außerdem steht eine weitere Unterhaus-Nachwahl im Osten Glasgows an.

In der Umfrage des Instituts ComRes für die liberale Zeitung „The Independent“ liegen die Tories mit 46 zu 25 Prozent weit vor Labour. Die Liberaldemokraten kämen demnach auf 18 Prozent. Wegen des Mehrheitswahlrechts könnte das für die Tories fast eine Zwei-Drittel-Mehrheit im 646 Sitze fassenden britischen Unterhaus bedeuten. Die nächsten Unterhauswahlen sind spätestens 2010.

Die Zeitung zitierte einige Labour-Abgeordnete, die Brown dazu aufrufen, einen Rücktritt in Erwägung zu ziehen – ein Jahr nach seiner Übernahme des Ministerpräsidentenamtes von Tony Blair.

Ähnlich äußern sich viele Wähler. Der konservative „Daily Telegraph“ hatte eine Umfrage zitiert, wonach zwei Drittel der Befragten angaben, dass Brown eher eine Last als ein Bonus für Labour sei.

Wendy Alexander erklärte in Glasgow, sie könne nicht weiter Labour- Vorsitzende sein, nachdem sie von einem Kontrollgremium schuldig befunden worden war, Spendengelder nicht ordnungsgemäß deklariert zu haben. Sie sollte für einen Tag aus dem Regionalparlament verbannt werden. Obwohl sie sich unschuldig fühle, lenke der Streit über die Gelder zu sehr von den wahren Problemen Schottlands ab. Deshalb trete sie zurück. Ihr Mandat wolle sie jedoch behalten.

Am Samstag wurde auch bekannt, dass der Labour-Abgeordnete David Marshall seinen Parlamentssitz aus gesundheitlichen Gründen abgeben möchte. Er hatte bei den Unterhauswahlen im Jahr 2005 im Wahlbezirk Glasgow-Ost zwar eine komfortable Mehrheit errungen, doch sah es bei den letzten Kommunal- und Nachwahlen für Labour schlecht aus. dpa

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