Politik : Länder streiten um Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Kosovo

BONN/SKOPJE/BERLIN (cl/AFP).Die Grünen haben scharfe Kritik an der ablehnenden Haltung der unionsgeführten Länder zur Aufnahme weiterer Kosovo-Flüchtlinge geübt.Das Verhalten der Länder zeige den "Ungeist schändlicher Pfennigfuchserei", erklärte Röstel am Mittwoch in Bonn.Während die Hilfsorganisationen bis zur Erschöpfung arbeiteten, zeigten die CDU/CSU-Innenminister den Flüchtlingen "die kalte Schulter".Die unionsgeführten Länder hatten am Vortag die von Bundesinnenminister Schily (SPD) angeregte Verdoppelung des Kontingents auf 20 000 Flüchtlinge abgelehnt.Röstel sagte, das zögernde Verhalten anderer europäischer Staaten dürfe Deutschland nicht dazu dienen, seine humanitäre Verpflichtung zu vernachlässigen.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Behrens will den Druck auf die unionsgeführten Bundesländer erhöhen."Wir werden uns erst dann dazu bereiterklären, weitere Kosovo-Flüchtlinge aufzunehmen, wenn die CDU-Kollegen ihrerseits ihre Kontingente erfüllen", sagte ein Sprecher dem Tagesspiegel, "das ist eine Frage von Solidarität zwischen den Bundesländern." Zugleich forderte Behrens eine Entscheidung darüber, ob aus Mazedonien weitere Flüchtlinge ausgeflogen werde sollen."Wir können nicht abwarten, bis sich die Menschen allein auf den Weg machen und irgendwann in Deutschland stranden.Wir brauchen ein geregeltes Verfahren."

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, nannte die Diskussion um die Aufnahme weiterer Flüchtlingen ein "Trauerspiel".Er plädierte dafür, in Deutschland mehr als die zugesagten 10 000 Vertriebenen aufzunehmen.Er machte aber deutlich, daß die Bereitschaft zumindest Bayerns stark vom Verhalten der anderen europäischen Länder abhänge.Zur Entlastung der völlig überfüllten Flüchtlingslager in Mazedonien öffnete die UN am Mittwoch einen "humanitären Korridor" nach Albanien.Per Bus sollen mehr als die Hälfte der rund 100 000 Menschen evakuiert werden.

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