Politik : Lafontaine ließ sich nicht blicken

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Saarbrücken Vor der Saar-Wahl hat Oskar Lafontaine die SPD immer wieder durch sein Liebäugeln mit einer möglichen neuen Linkspartei und seiner harten Reformkritik aufgeschreckt. Am Wahlsonntag wurde der einstige Mehrheitsbeschaffer der saarländischen SPD öffentlich nicht gesehen: Nach Angaben einer Sprecherin hat er seine Stimme per Briefwahl abgegeben. Auch am Wahlabend wolle er im privaten Kreis bleiben. Nach unbestätigten Angaben war Lafontaine am Sonntag gar nicht im Saarland – auf der SPD-Wahlparty in Saarbrücken erwartete ihn ohnehin niemand.

Lafontaine, der unter den Saar-Genossen trotz seines Rücktritts vom SPD- Vorsitz und vom Amt des Bundesfinanzministers 1999 hoch angesehen ist und seine Partei 1990 zum Rekordergebnis von 54 Prozent geführt hatte, war als wichtigster Wahlhelfer von Spitzenkandidat Heiko Maas in den Wahlkampf gestartet. Die Zahl seiner öffentlichen Auftritte an der Saar blieb jedoch gering. Maas hatte die kritischen Äußerungen Lafontaines sowie dessen Rede bei einer Demonstration gegen die Hartz-IV- Gesetze in Leipzig als „wenig hilfreich“ bezeichnet. Lafontaine räumte ein, die Abstimmung zwischen ihm und Maas sei nicht optimal gelaufen. dpa

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