LANDESVERBAND BERLIN : Zwischen Mitmachen und Zusehen

Es wird ernst für die Berliner Piraten. Mitmachen im Spiel mit der Macht oder zusehen – das fragen sich die 15 Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktion, das fragte sich am Sonntag auch der Landesvorstand. Diskutiert wurde im Hauptquartier in Berlin-Mitte ein Antrag über Zusammenarbeit mit den anderen Parteien, gemeint ist: über die Bildung einer Koalition. Martin Delius und Christopher Lauer, frisch gewählte Mitglieder des neuen Berliner Abgeordnetenhauses, warben kräftig für solche Gespräche, vor allem Lauer. Die Piraten hätten schließlich erklärt, sie wollten sich „nicht auf Fundamentalopposition beschränken“, sagte der Mann mit der gern genutzten Redegabe. Warum sollten, während Klaus Wowereit mit Frank Henkel Koalitionsverhandlungen führt, die Piraten nicht mit Sozialdemokraten, Grünen und Linken andere Konstellationen „ausloten“ – und wenn auch nur zu dem Zweck, „dass Herr Wowereit erklären muss, warum er lieber mit einer konservativen Partei koaliert als mit zwei linken beziehungsweise linksliberalen“. Andere Neu-Abgeordnete machten Bedenken geltend – was zu genervten Blicken und spitzen Bemerkungen über Redezeiten führte. Der oberste Pirat, Landesvorstand Gerhard Anger, sagte mit Sinn für Lauers und Delius’ mit Händen zu greifenden politischen Gestaltungswillen, hier gehe es gerade um das „Spannungsverhältnis zwischen Partei und Fraktion“. Selbstverständlich werde über alle „Zusammenarbeit“ eine Piratenvollversammlung entscheiden. Erst mal aber wollen die Piraten nun bei den möglichen Koalitionären sondieren. wvb.

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