Politik : Landete Sondermüll als Asche im Straßenbau?

Justiz ermittelt gegen 300 Firmen und Rethmann-Konzern

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Berlin (dpa). Wegen des Verdachts illegaler Sondermüll-Entsorgung sind bundesweit 300 Firmen ins Visier der Justiz geraten. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt sollen sie tTausende Tonnen Industrieabfälle unerlaubt über einen Zwischenhändler in Essen in eine Verbrennungsanlage des Entsorgungs-Konzerns Rethmann gebracht haben. Rethmann habe den Müll zu Asche verbrannt und diese zur Verwertung für den Straßenbau weiter verkauft. Von Anfang 1998 bis Mitte 1999 soll von bis zu 90 000 Tonnen Müll ein Drittel unerlaubt beseitigt worden sein. Da der Gehalt an gefährlichen Chemikalien über den Grenzwerten gelegen habe, hätte der Müll in die vorgeschriebene, teurere Industriemüllverwertung gebracht werden müssen. Bei Proben seien zu große Mengen an Chlorverbindungen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen festgestellt worden, so die Staatsanwaltschaft. Geprüft werde der Verdacht der unerlaubten Abfallbeseitigung.

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin, das für die Kontrolle und Zulassung von Baustoffen verantwortlich ist, will sich ebenfalls mit dem Fall befassen, sagte ein Sprecher am Sonntag. Vorrang bei den Untersuchungen hätten allerdings die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Die Rethmann Entsorgungs AG teilte in Lünen mit, die im Kraftwerk Lünen angenommenen Abfälle seien „genehmigungskonform eingesetzt und verwertet worden“. Auch der ehemalige Geschäftsführer der Essener Kleinholz Recycling GmbH, Götz Reimann, sagte, für die fraglichen Abfälle hätten notwendige Genehmigungen vorgelegen. Die Beschuldigungen seien „unhaltbar und rufschädigend“, sagte Reimann.

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