Landtagswahl : Hessische Verhältnisse in Hamburg?

Am Morgen hatte die Wahlbeteiligung noch höher gelegen als bei der letzten Wahl - mittlerweile kommen die Wähler zögerlicher an die Urnen. Die Spannung ist dennoch groß: Bis zur Schließung der Wahllokale werden SPD und CDU gebannt auf das Abschneiden der Linken schauen.

HamburgBei der Bürgerschaftswahl in Hamburg zeichnet sich am Sonntagmittag jetzt eine etwas niedrigere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. Bei trübem, aber überwiegend trockenem Wetter gaben nach Angaben des Wahlamts bis 12.00 Uhr 31,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab - 2004 waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 36,0 Prozent. Am Vormittag hatte die Wahlbeteiligung noch leicht höher als bei der letzten Bürgerschaftswahl gelegen.

Bis zur Schließung der Wahllokale um 18 Uhr können rund 1,24 Millionen Wahlberechtigten entscheiden, wer die Hansestadt in den nächsten vier Jahren führt. Beobachter erwarten ein spannendes Rennen um die 121 Sitze im Rathaus.

FDP muss um Einzug bangen

Bürgermeister Ole von Beust will mit der CDU die absolute Mehrheit verteidigen. SPD-Herausforderer Michael Naumann hofft, dass die Sozialdemokraten stärkste Fraktion werden und er mit den Grünen koalieren kann. Mit Spannung erwartet wird das Abschneiden der Linken und der FDP. Während die Liberalen um den Einzug in die Bürgerschaft bangen müssen, wird den Linken aller Voraussicht nach der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gelingen. Bei der letzten Bürgerschaftswahl 2004 hatte die CDU 47,2 Prozent und die SPD 30,5 Prozent erreicht. Die Grünen/GAL kamen auf 12,3 Prozent, die FDP lag nur bei 2,8 Prozent.

Erstmals entscheiden die Hamburger nach einem neuen Wahlrecht: Konnten sie bisher eine Stimme vergeben, so sind es jetzt sechs - eine für eine Partei auf der Landesliste, die anderen fünf für die Kandidaten selbst. Als einer der ersten Wähler gab SPD-Spitzenkandidat Naumann seine Stimme unmittelbar nach Öffnung der Wahllokale ab. Seine zwölf Kreuzchen machte er in einer Minute und 48 Sekunden. "Ich bin gespannt und ein bischen siegesgewiss", sagte Naumann anschließend. Bürgermeister Beust benötigte für seine Kreuzchen sogar nur 37 Sekunden. "Ich bin sehr zuversichtlich", sagte er. (jam/imo/dpa)

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