Politik : Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Ein Beispiel für kleinere Möglichkeiten

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Wenn sie auf die Chancen eines rot-grünen Bündnisses in Mainz angesprochen wurde, dann pflegte Ise Thomas, die Spitzenkandidatin der Grünen, zu sagen, das Einzige, was Kurt Beck verstehe, seien gute Wahlergebnisse. Die haben sie nun nicht geschafft, die Grünen in Rheinland-Pfalz mussten zittern am Sonntagabend. Das Ziel, die "verknöcherte Blockade-Koalition", wie die grüne Landtagsfraktionschefin das SPD/FDP-Bündnis charakterisierte, aus den Angeln zu heben, ist verpasst. An der 41-jährigen Diplom-Psychologin, die 1996 in den Landtag und auf Anhieb auch gleich an die Spitze ihrer Fraktion kam, hat es sicher nicht gelegen. Die schlanke Frau mit den tizianroten Locken und der randlosen Brille beeindruckt mit ihrer umfassenden Sachkenntnis und ihren generalistischen Fähigkeiten so sehr, dass ihr sogar der Ministerpräsident bescheinigte, für ihn die stärkste Oppositionspolitikerin im Landtag zu sein. Traten die Grünen 1996 noch, viel belächelt, mit gleich vier Spitzenkandidatinnen an, so gilt Ise Thomas heute als unumstrittene Führungsfigur in der Landespartei.

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