Politik : Landtagswahl in Wien: Test für FPÖ und ÖVP

Mit der Landtagswahl in Wien am Sonntag hat für die Mitte-Rechts-Regierung aus Volkspartei (ÖVP) und rechtspopulistischer Freiheitlicher Partei (FPÖ) die erste große Testwahl stattgefunden. Rund 1,1 Millionen Bürger waren zur Stimmabgabe aufgerufen - das entspricht etwa einem Sechstel der Wahlberechtigten im Land. Bei den ersten beiden Landtagswahlen in den 13 Monaten Amtszeit der Bundeskoalition, in der Steiermark und im Burgenland, hatte die FPÖ Verluste hinnehmen müssen. In Wien führte die FPÖ unter starker Beteiligung ihres früheren Chefs Jörg Haider einen aggressiven Wahlkampf mit den Themen Zuwanderung, Kriminalität und Drogen.

Mit Spannung wurde das Ergebnis der Grünen erwartet. Schneiden sie gut ab, könnte es zum ersten Bündnis von Rot-Grün in Österreich kommen. Die Sozialdemokraten der SPÖ regieren im "roten Wien" seit 1945. Ihr Stimmenanteil wurde von Wahlforschern diesmal auf über 40 Prozent eingeschätzt. Der Abstand zur zweitstärksten politischen Kraft, der FPÖ, dürfte sich eher vergrößern. Die FPÖ hatte bei der Wahl 1996 rund 28 Prozent der Stimmen erhalten. Letzten Umfragen zufolge dürfte die FPÖ diesmal nicht mehr als 24 Prozent erwarten. Die ÖVP von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, die 1996 auf 15 Prozent abgesackt war, dürfte nach Angaben der Meinungsforscher zulegen. Die Grünen durften Umfragen zufolge auf starke Gewinne auf bis zu 15 Prozent der Stimmen hoffen. Es gab jedoch Anzeichen dafür, dass die Wiener SPÖ eher eine Kolaition mit der ÖVP anstrebt, als die Grünen in die Regierung zu holen. SPÖ und ÖVP hatten in der Bundespolitik mehr als ein Jahrzehnt zusammen regiert.

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