Landtagswahl : Pauli will gegen Beckstein antreten

Die frühere CSU-Rebellin Gabriele Pauli kehrt auf die politische Bühne zurück: Bei der bayerischen Landtagswahl im September will sie als Direktkandidatin der Freien Wähler gegen Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) antreten. Ihre Partei ist "nicht sonderlich begeistert".

Marina Antonioni[ddp]
Gabriele Pauli
Konkurrenten im September: Gabriele Pauli und Günther Beckstein. -Foto: dpa

NürnbergPauli ist in der vergangenen Woche vom Stadtverband Nürnberg einstimmig als Direktkandidatin nominiert worden, sagte der stellvertretende FW-Landeschef Werner Winter am Sonntag. Die Entscheidung ist innerhalb der Partei allerdings umstritten. So zeigte sich der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger "nicht sonderlich begeistert". Ministerpräsident Beckstein reagierte dagegen auf Paulis Vorhaben gelassen und betonte, er sei deswegen "nicht furchtbar ängstlich".

Aiwanger stellte klar, er habe "Frau Pauli nicht geworben". In der Vergangenheit habe es "durch ihre Auftritte in der Öffentlichkeit einige Missstimmungen gegeben", begründete er seine Haltung. Mit Blick auf einen möglichen gemeinsamen Wahlkampf mit der einstigen Fürther Landrätin hob Aiwanger hervor, dass Pauli "keine dominierende Rolle einnehmen" werde. "Wenn sie wirklich kandidiert, dann wird sie in erster Linie eine lokale und regionale Kandidatin bleiben."

Noch nicht wasserdicht

Noch ist die Kandidatur von Pauli nach Ansicht Aiwangers aber nicht "wasserdicht". In den nächsten Tagen müsse sich erst zeigen, wie die Delegierten im Bezirksverband Mittelfranken darauf reagierten, sagte er. "Da kann es ja sehr schnell einen Meinungswechsel geben." Entscheidend sei, wie Pauli dort akzeptiert werde.

Winter berichtete, als stellvertretender Vorsitzender des FW-Bezirksverbands Mittelfranken habe er inhaltliche Gespräche mit Pauli geführt und festgestellt, dass die 50-Jährige mit ihren Ansichten "sehr nah bei den Freien Wählern liegt".

Ministerpräsident Beckstein sagte, es sei Paulis Recht, zu kandidieren, "es ist aber auch das Recht der Wähler, zu entscheiden, ob sie sie oder mich als Stimmkreisabgeordneten haben wollen".

Schon Mitglied der Freien Wähler

Pauli selbst befindet sich derzeit im Urlaub im Ausland. Auf einer Pressekonferenz werden sie vermutlich Anfang Juli gemeinsam ihre Pläne vorstellen, kündigte Winter an. Nach seinen Worten ist Pauli inzwischen auch Mitglied der Freien Wähler geworden. Aiwanger betonte allerdings, ein solcher Antrag sei beim Vorstand noch nicht angekommen.

Die langjährige Fürther Landrätin hatte mit Vorwürfen, wonach aus der bayerischen Staatskanzlei heraus versucht worden sei, sie privat zu kompromittieren, den Sturz von Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber eingeleitet. Ihre Kritik an dessen Führungsstil wurde von weiten Teilen der CSU mitgetragen und führte schließlich zum Rückzug Stoibers aus seinen Spitzenämtern. Nach monatelangem Zwist trat die einstige CSU-Rebellin im vergangenen November schließlich aus der Partei aus. Ende April schied sie nach 18 Jahren auch als Fürther Landrätin aus. Ihre beruflichen Zukunftspläne ließ Pauli zunächst offen.

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