Landtagswahl : Wahlbeteiligung in Niedersachsen verhalten

Die Spannung ist groß, das Interesse der Wähler zunächst gering: Die Beteiligung an der Niedersachsen-Wahl ließ bis zum Mittag zu wünschen übrig. Die Spitzenkandidaten demonstrierten bei der Stimmenabgabe Optimismus.

Die mit Spannung erwartete Landtagswahl in Niedersachsen ist bei den Wählern zunächst nur auf verhaltenes Interesse gestoßen. Bis Sonntagmittag gab erst knapp ein Viertel der Wahlberechtigten die Stimme ab. Um 12.30 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei rund 23,0 Prozent und damit etwa auf demselben Niveau wie vor fünf Jahren. Damals hatten zum selben Zeitpunkt knapp 22,7 Prozent aller Stimmberechtigten gewählt. Am Ende hatte die Wahlbeteiligung mit 57,1 Prozent einen historischen Tiefststand erreicht.

Insgesamt sind in Niedersachsen 6,1 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der amtierenden schwarz-gelben Koalition unter Ministerpräsident David McAllister (CDU) und Rot-Grün voraus. Vor allem das Abschneiden der FDP könnte darüber entscheiden, ob McAllister im Amt bleibt oder SPD-Herausforderer Stephan Weil neuer Regierungschef im zweitgrößten deutschen Flächenland wird. Weil ist derzeit noch Oberbürgermeister in der Landeshauptstadt Hannover.

Die Wahl gilt auch als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Sollte die FDP nicht mehr in den Landtag kommen, gilt die Zukunft von Bundesparteichef Philipp Rösler als offen. Aber auch Debatten um SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück könnten wieder aufflammen, wenn die SPD den Machtwechsel an der Leine verpassen sollte. Sollte Rot-Grün den Wechsel schaffen, würden sich auch neue Machtverhältnisse im Bundesrat ergeben, in dem SPD und Grüne dann eine gestalterische Mehrheit hätten.

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McAllister rechnete am Sonntag weiter mit einem knappen Ausgang. „Es ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte der Regierungschef, nachdem er in seinem Heimatort Bad Bederkesa bei Cuxhaven gewählt hatte. SPD-Herausforderer Weil sagte bei der Stimmabgabe: „Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen.“ Auch Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf, die sich erstmals für die SPD um ein Landtagsmandat bewirbt, gaben bereits am Vormittag ihre Stimme ab.

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Um die 135 Sitze im Landtag bewerben sich 659 Kandidaten. Bei der Wahl vor fünf Jahren hatte die CDU 42,5 Prozent Stimmen bekommen und war damit stärkste Kraft. Die SPD kam auf 30,1 Prozent, die FDP auf
8,2 Prozent und die Grünen auf 8,0 Prozent. Die Linke schaffte 2008 mit 7,1 Prozent erstmals in Niedersachsen den Sprung ins Parlament. (dpa)

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