Landtagswahlen : Höhere Wahlbeteiligung in Thüringen und im Saarland

Deutlich mehr Bürger als noch bei den Wahlen vor fünf Jahren gaben im Saarland und in Thüringen ihre Stimme ab. In Sachsen ging allerdings nur knapp mehr als die Hälfte der Wähler an die Urne. Auch in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine sehr niedrige Wahlbeteiligung ab.

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Wählerliste. Eine Wahlhelferin führt in Dresden im Stadtteil Kleinpestitz eine Strichliste über die Wahlbeteiligung. In Sachsen...Foto: ddp

Bei den Landtagswahlen in Thüringen und dem Saarland war die Wahlbeteiligung deutlich höher als 2004. In Sachsen gaben dagegen bei schönem Sommerwetter zunächst weniger Wähler ihre Stimme ab. Am "Super-Wahlsonntag" waren zusammen mit den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen vier Wochen vor der Bundestagswahl insgesamt 20,6 Millionen Bürger - ein Drittel aller Wahlberechtigten in Deutschland - zu einem Votum aufgerufen .

Im Saarland lag die Wahlbeteiligung am Sonntag offenbar deutlich höher als bei der Landtagswahl von 2004. Laut Infratest dimap lag sie bei 67 Prozent, 2004 hatte sie mit 55,5 Prozent ein Rekordminus erreicht.

Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten 45,4 Prozent der Thüringer ihre Stimme abgegeben, wie Landeswahlleiter Günter Krombholz sagte. Bei der Landtagswahl 2004 betrug die Wahlbeteiligung zu diesem Zeitpunkt 38,6 Prozent. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung damals bei 53,8 Prozent. Ministerpräsident Althaus sagte bei seiner Stimmabgabe in Heiligenstadt, er hoffe auf ein deutliches Bürgervotum. Je mehr Bürger sich beteiligten, desto geringer sei die Chance für die NPD, in den Landtag einzuziehen. Seine Herausforderer Bodo Ramelow von der Linken und Christoph Matschie von der SPD äußerten sich ähnlich. Ein vorläufiges Endergebnis wird für 22.30 erwartet.

In Sachsen deutete sich dagegen eine deutlich geringere Wahlbeteiligung als bei der vorangegangenen Landtagswahl an. Nur 51 Prozent der Sachsen beteiligten sich an der Wahl. Vor fünf Jahren wurde insgesamt eine Wahlbeteiligung von 59,6 Prozent erreicht.

In Nordrhein-Westfalen gab es möglicherweise die geringste Wahlbeteiligung seit Bestehen des Landes. Der Prognose zufolge gingen nur 51 Prozent zur Wahl. Bei der Kommunalwahl im September 2004 hatte die Beteiligung bei 54,4 Prozent gelegen. Nach Angaben von Landeswahlleiterin Helga Block lag die Wahlbeteiligung in acht ausgewählten Kreisen und kreisfreien Städten im Durchschnitt bei 43,5 Prozent. (as/dpa)

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