Politik : Landtagswahlkampf: Schritt für Schritt sammelt Clement für gute Zwecke

Jürgen Zurheide

In einem Punkt dürfte sich Wolfgang Clement irren. "Wenn wir so weitermachen", frohlockte der Düsseldorfer Regierungschef schon beim Frühstück, "dann kommt der Möllemann zwei Tage eher aus seinem Urlaub zurück." Clement war angenehm überrascht über das rege Presseecho um seinen 96 Kilometer langen Fußmarsch von Bochum nach Münster. Eigentlich hatte er sich auf den Weg machen müssen, weil "Wettschulden Ehrenschulden sind", wie Clement beim Start unter dem Bochumer Bismarckturm erklärte. Im Landtagswahlkampf hatte er mit seinem liberalen Herausforderer Jürgen Möllemann gewettet, dass die FDP nicht über acht Prozent komme, ansonsten werde er zu Fuß von seiner Heimtstadt Bochum nach Münster laufen, um den gelben Fallschirmspringer zu würdigen. Während nun der mit 9,8 Prozent gewählte Möllemann aus dem Urlaub heraus lästerte, "Wolfgang rennt", hat Clement aus dem Gang nach Canossa die Aktion "Jeder Schritt zählt" gemacht.

Schon morgens warten um die 300 wanderlustige Zeitgenossen auf den Regierungschef, und jeder sorgt dafür, dass die Spendenkasse von Tag zu Tag praller gefüllt wird. Am ersten Tag sagten spontan die Kellnerinnen und Kellner der Canger Kirmes, des größten Volksfestes im Revier, zu, dass sie ihre gesamten Trinkgelder zur Verfügung stellen werden. "Wir wollen Misereor und deren Auslandsprojekte unterstützen", hatte Clement entschieden. Am Abend des ersten Tages waren schon 200 000 Mark zusammengekommen. "Die machen das unglaublich gut", musste denn auch ein Möllemann-Berater schon am Dienstag zugeben.

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